Kinder mit Behinderung, mit Entwicklungsverzögerungen oder mit chronischen Erkrankungen haben einen Anspruch darauf, gemeinsam mit anderen Kindern betreut zu werden. Inklusion in der Kita bedeutet, dass alle Kinder unabhängig von ihren Voraussetzungen am Alltag teilnehmen und individuell gefördert werden. Für Familien stellt sich die Frage, welche Einrichtung dafür geeignet ist, welche Unterstützung finanziert wird und wie der Weg dorthin verläuft.
Integrativ, inklusiv oder Sondereinrichtung
In der Praxis gibt es unterschiedliche Betreuungsformen. Integrative oder inklusive Kitas nehmen Kinder mit und ohne Förderbedarf gemeinsam auf und arbeiten mit angepassten Rahmenbedingungen. Daneben bestehen heilpädagogische Einrichtungen oder Gruppen, die auf Kinder mit erhöhtem Unterstützungsbedarf ausgerichtet sind. Welche Form geeignet ist, hängt vom einzelnen Kind ab und wird in der Regel gemeinsam mit Fachleuten geklärt.
Der Begriff Inklusion geht dabei über die reine Aufnahme hinaus. Ziel ist, dass Barrieren abgebaut werden und das Kind wirklich teilhaben kann, statt nur räumlich anwesend zu sein. Das betrifft die Gestaltung der Räume ebenso wie die Haltung des Personals und die Zusammensetzung der Gruppe.
Unterstützung und Förderung im Alltag
Kinder mit besonderem Förderbedarf können zusätzliche Unterstützung erhalten. Dazu gehört je nach Bedarf eine Begleitung durch heilpädagogische Fachkräfte, therapeutische Angebote oder eine individuelle Assistenz. Häufig arbeiten Kitas mit Frühförderstellen, Therapeuten und Ärzten zusammen, sodass Förderung und Betreuung aufeinander abgestimmt werden.
- Wie viele Kinder mit Förderbedarf werden aktuell betreut, und mit welchen Erfahrungen?
- Welche Zusatzqualifikationen haben die Fachkräfte, und gibt es heilpädagogisches Personal?
- Ist der Betreuungsschlüssel für inklusive Gruppen angepasst?
- Sind die Räume und das Außengelände barrierefrei zugänglich?
- Wie wird mit Therapien, Medikamentengabe und pflegerischen Aufgaben umgegangen?
- Wie eng ist die Zusammenarbeit mit Frühförderung und externen Fachdiensten?
Ein individueller Förder- oder Entwicklungsplan hilft, Ziele festzuhalten und Fortschritte im Blick zu behalten. Wichtig ist, dass Eltern in diese Planung einbezogen werden und regelmäßige Gespräche stattfinden.
Antragswege und Zuständigkeiten
Die Finanzierung zusätzlicher Leistungen erfolgt in der Regel über die Eingliederungshilfe. Die genauen Zuständigkeiten und Verfahren sind regional verschieden geregelt und liegen je nach Bundesland und Kommune bei unterschiedlichen Stellen, etwa dem Sozialamt, dem Jugendamt oder überörtlichen Trägern. Häufig ist eine Feststellung des Förderbedarfs erforderlich, für die ärztliche oder fachliche Stellungnahmen herangezogen werden.
Weil diese Verfahren Zeit brauchen, ist es sinnvoll, sich frühzeitig zu informieren und den Antrag rechtzeitig vor dem gewünschten Betreuungsbeginn zu stellen. Beratung bieten unter anderem Frühförderstellen, das Jugendamt, Beratungsstellen der Träger sowie unabhängige Angebote wie die ergänzende unabhängige Teilhabeberatung. Eltern müssen den Weg nicht allein gehen, sondern können sich begleiten lassen.
Worauf bei der Suche zu achten ist
Eine geeignete Einrichtung erkennt man weniger an einzelnen Schlagworten als an der konkreten Umsetzung. Aufschlussreich ist, ob die Kita offen über ihre Erfahrungen und auch über ihre Grenzen spricht, ob Fachkräfte für die Förderung vorhanden sind und ob die Zusammenarbeit mit externen Diensten eingespielt ist. Ebenso zählt, wie selbstverständlich die Teilhabe im Alltag gelebt wird und ob das Kind sich in der Gruppe wohlfühlen kann.
Inklusion in der Kita gelingt, wenn die Rahmenbedingungen, die Haltung des Personals und die passende Unterstützung zusammenkommen. Für Familien lohnt es sich, verschiedene Betreuungsformen zu vergleichen, Beratungsangebote zu nutzen und Anträge frühzeitig zu stellen. Entscheidend ist am Ende, dass das Kind gefördert wird und tatsächlich am gemeinsamen Alltag teilhaben kann.